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SPORTINNOVATION WAIBROsports-Gründerin Katerina Sedlackova über den Traum vom Skispringen für Blinde, finanzielle Herausforderungen, Visionen für die Zukunft und die geplante Testphase im Sommer.

Frau Sedlackova, aus dem Satz »Skispringen für Blinde – das wäre doch eine coole Sache« ist der WAIBRObelt entstanden. Wird dieser Gedanke einmal Realität?

Skispringen für Blinde zu ermöglichen, ist eine große technische Herausforderung. Aus diesem Grund versuchte ich, meine Vision im Langlaufsport umzusetzen. Aufgrund technischer Schwierigkeiten – Stichwort Schnee – entschlossen wir uns, dass wir uns fürs Erste auf die Laufbahn konzentrieren, und testen, ob es überhaupt funktioniert. Wenn wir auf der Laufbahn erfolgreich sind, werden wir uns weiteren Sportarten wie dem Langlaufen widmen.

Sport Business Magazin Sommerausgabe 02-2021

Gibt es für Sie einen weiteren Bezug zum Blindensport?

Meine kleine Schwester ist sehbehindert. Vor sieben Jahren fing ich damit an, sie beim Langlaufen zu begleiten. Dadurch kam ich in engeren Kontakt mit dem Blindensport. Seitdem unterstütze ich mehrere sehbehinderte Sportler mit unterschiedlicher Behinderungsstufe. Durch den Österreichischen Behindertensportverband (ÖBSV) konnte ich erste Erfahrungen für den WAIBRObelt sammeln und gewann obendrein zwei richtig gute Freunde.

Wie lange dauerte es, dass aus der Idee ein Unternehmen wurde?

Der »berühmte« Satz fiel im Februar 2014 und die »Gründung« des Start-ups ging im Juni 2018 über die Bühne. Die Team- und Kompetenzsuche war zu Beginn eine große Hürde. Was und wen benötige ich für meine Idee? Wo finde ich diese Leute, wie begeistere ich sie und wie bezahle ich sie? Jetzt habe ich die richtigen Leute um mich, dafür bin ich sehr dankbar.

Wird es jemals für Blinde und Sehbehinderte mithilfe Ihres Produktes möglich sein, in der freien Natur zu laufen, Ski und Rad zu fahren oder sonstige Outdoor-Sportarten auszuüben?

Das ist von der Höhe des Entwicklungsgelds abhängig. Der zeitliche und finanzielle Aufwand dafür ist sehr hoch. Die Visionen, das Potenzial und der Wille sind bereits vorhanden. Ob wir weitere Umsetzungen schaffen werden, wird die Zukunft zeigen. Aufgeben werden wir nicht.

KATERINA SEDLACKOVA Gründerin WAIBROsports | © Nicole Stessl Photography

Der Prototyp des WAIBRObelts wurde vor kurzem fertiggestellt. Wie hoch sind die Kosten für diesen Erfolg?

Bis zum heutigen Tag erhielten wir staatliche und private Förderungen in der Höhe von 340.000 Euro – Zeitaufwand und privates Geld nicht einberechnet. Damit das Projekt weiterläuft, benötigen wir noch 200.000 Euro an öffentlichen Förderungen. Zusätzlich werden wir uns auf Investorensuche begeben, um den Sprung in den Markt zu schaffen.

Sie haben für die Kostendeckung eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen. Was erwarten Sie sich von diesem Schritt?

Wir möchten eine kleine Summe von etwa 30.000 Euro einnehmen. Dieses Geld wird in der Folge für Material verwendet, um die »smarten« Gurttextilien produzieren zu können. Ein Prototyp in der aktuellen Phase kostet in der Herstellung ohne Softwareentwicklung bis zu 1.000 Euro. Für das Crowdfunding kann man sich auf unserer Website (waibrosports. com; Anm. d. Red.) anmelden. Wir würden uns über jede Unterstützung freuen.

Wann rechnen Sie mit dem Markteintritt?

Wir sind aktuell im Selbsttest und prüfen, wie die Software funktioniert und wo es noch Schwierigkeiten gibt. Im Sommer sollte diese Testphase abgeschlossen sein. Mit einem Elektronikhersteller überarbeiten wir die Steuereinheit, damit diese kleiner wird. Dieser Prozess wird noch ein Dreivierteljahr dauern. Es benötigt noch ein wenig Zeit, bis es unseren WAIBRObelt zu kaufen gibt.

GRÜNDERIN MIT HERZ »Es ist mir eine Herzensangelegenheit, den WAIBRObelt für alle Menschen zugänglich zu machen « | © WAIBROsports

Wie viel wird der WAIBRObelt kosten?

Mein Wunschpreis liegt zwischen 1.800 und 2.000 Euro. Für dieses angestrebte Ziel müssen wir in der Produktionskette noch Kosten reduzieren.

Es ist mir eine Herzensangelegenheit, den WAIBRObelt für alle Menschen zugänglich zu machen, da ich weiß, dass bei unserer Zielgruppe häufig nicht die großen finanziellen Mittel vorhanden sind. In Zukunft werden wir an Kooperationen mit Krankenkassen arbeiten, um den aktiven Lebensstil der Sehbehinderten zu fördern.

Frau Sedlackova, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. #

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Eingangsfoto: Nicole Stessl Photography

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