Die Formel 1 der Lüfte: Ist das der Sport der Zukunft? Interview mit Herbert Weirather, dem Gründer und CEO der Drone Champions League.

Herbert Weirather ist der Gründer und CEO der Drone Champions League (DCL), der weltweit führenden Liga für Drohnenrennen. Mit der Königsklasse des Drone Racings hebt er den Drohnen-Rennsport in völlig neue Dimensionen und lässt reale und virtuelle Welt miteinander verschmelzen.

Die Leidenschaft für Sport und Geschwindigkeit steckt in der Familie. Seine Eltern Harti Weirather und Hanni Wenzel waren einst berühmte Skirennläufer. Seine Schwester, Tina Weirather, ist heute noch erfolgreich im Alpinen Skisport für Liechtenstein aktiv.

Herbert Weirather entdeckte in seiner Jugend die Begeisterung zum Fliegen. Mit nur 18 Jahren machte er den Piloten- und Kunstflugschein, danach absolvierte der Österreicher ein Studium für Luft- und Raumfahrt an der Universität in München. Im Alter von 28 gründet er die Drone Champions League sowie sein eigenes Unternehmen, die Drone Champions AG. Mit seinem zwanzigköpfigen Team bringt Weirather die DCL an die außergewöhnlichsten Event-Locations auf der ganzen Welt. Von Peking über Rumänien bis Paris – je spektakulärer, desto besser.

Dem Sport Business Magazin erzählte er, welche Strategie er mit der Drone Champions League verfolgt, wie viel Preisgeld bei den Turnieren ausgeschüttet wird, ob Drone Racing einmal die Formel 1 ablösen wird und welche Bedeutung Drohnen-Rennen als neue Sportevents für den Tourismus bieten.

Was ist das Konzept der Drone Champions League und welche Ziele verfolgen Sie damit?

Die DCL veranstaltet weltweit außergewöhnliche Events für Drohnenrennen. Mit DCL – The Game bedienen wir zudem den eSports-Bereich mit einer umfangreichen Drohnensimulation für PC, Playstation 4 und Xbox 1: Piloten können sich nicht nur untereinander auf Nachbildungen der Original-Strecken messen, sondern sich zudem mit ihrem Können im Spiel für echte Rennen qualifizieren. Schließlich bildet DCL – The Game so genau wie möglich das tatsächliche Flugverhalten von Drohnen ab, wodurch es sich auch für Trainingszwecke eignet.

Wie sieht das Zielpublikum aus?

Drohnenrennen sprechen ein Zielpublikum im Alter zwischen 15 und 50 Jahren an. Aufgrund der einerseits physischen und andererseits finanziellen Anforderungen, die der Drohnensport mit sich bringt, sind die Piloten meist zwischen 18 und 30 Jahre alt. Zu den Events selbst kommen Jung und Alt, ganz oft auch Eltern mit ihren Kindern. Das Videospiel DCL – The Game richtet sich aber ganz klar an ein jüngeres, gaming-affines Publikum.

Wird Drone Racing dem eSports zugeordnet?

Drone Racing bildet eine Schnittstelle zwischen digitalem und analogem Sport. Die benötigten Fähigkeiten, um sowohl im Spiel als auch in echten Drohnenrennen zu bestehen, sind die gleichen. Da keine G-Kräfte herrschen, wenn man eine echte Drohne fliegt, ist Drone Racing der einzige mir bekannte Sport, der reale und digitale Welt so nah zusammenbringt.

Wie gross schätzen Sie die Szene des Drohnensports im deutschsprachigen Raum ein? Kann man bald von Breitensport sprechen?

Es gibt bisher nur wenige verlässliche Zahlen, die Verbandsarbeit steckt noch in den Kinderschuhen. Ich weiß nicht genau, ab welcher Verbreitung man von Breitensport spricht. Die aktuell erhältlichen Kameradrohnen werden vermehrt auf First Person View ausgerichtet, also auf das Fliegen aus der Ich-Perspektive mit entsprechenden Brillen. Bei 1,2 Millionen verkauften Drohnen nur in Deutschland ist damit ein eindeutig positiver Trend erkennbar.


Wie viel Preisgeld in der Drone Champions League ausgeschüttet wird, wer der Lionel Messi des Drone Racings ist und welches Potential die Sportart für Tourismusdestinationen bietet, erfährst du in unserer Sommerausgabe des Sport Business Magazins. Erhältlich im gut sortierten Presseeinzelhandel in Österreich, im