Die Gastspiele des alpinen Ski-Weltcups in Österreich könnten allesamt ohne Zuschauer über die Bühne gehen, zumindest deuten die Vorzeichen wegen der weltweiten Covid-19-Pandemie darauf hin. Als erste Veranstalter gaben Sölden (17. Oktober) und Zürs (14. November) bekannt, dass die Rennen ohne Fans stattfinden. Ob und wie die jährlichen Saisonhöhepunkte in Kitzbühel und Schladming in Szene gehen, ist derzeit völlig offen.

Wie die „Tiroler Tageszeitung“ berichtet, wird der Auftakt des alpinen Ski-Weltcups am 17. und 18. Oktober in Sölden ohne Zuschauer durchgeführt werden. „Es wird keine Zuschauer geben, weil dieser Schutz wichtig ist und es der Wunsch der FIS und des ÖSV war“, wird Jakob Falkner, der Chef der Organisationskomitees, im Blatt zitiert.

In Sölden fällt damit unter anderem auch die traditionelle Parade der Fanklubs aus sowie das gesamte Party- und Rahmenprogramm. „Es wird vier Kreise geben, die in sich geschlossen bleiben“, erklärte Falkner. Bestehend aus Rennläufern, Betreuern, Organisation, Medien und (wenigen) Geladenen. Laut Website des Sölden-Weltcups werden auch die Firmenveranstaltungen nicht abgehalten werden – jedes Jahr präsentieren dort vor großem Medien-Auflauf die Ski-Marken ihre Top-Neuigkeiten und -Athleten.

ÖSV-Chefcoach Puelacher fordert: „Mitteleuropa muss jetzt alles auffangen“

Der Auftakt des Weltcups war bereits Anfang August um eine Woche vorverlegt worden, um wegen der Corona-Pandemie den Gletscherbereich exklusiv für die beiden Riesentorläufe nützen zu können. Der Vorteil in Sölden ist zudem, dass alle über die Gletscherstraße müssen, und man so eine gute Kontrolle hat, wer auf den Berg will und letztlich darf.

Der Ski-Weltverband (FIS) will Anfang Oktober einen Kalender für die Saison 2020/21 vorlegen. Ein Plan ist beispielsweise, den Reiseverkehr in Grenzen zu halten und die Speed- und Technik-Trosse möglichst zu trennen. Der Internationale Skiverband (FIS) hat jüngst die zweiwöchige Alpin-Weltcup-Tournee im Herbst 2020 in Nordamerika abgesagt. Diese Bewerbe sollen stattdessen durch zusätzliche Rennen an den bereits fixierten europäischen Weltcup-Orten Val d’Isere, St. Moritz und Courchevel ausgetragen werden.

Für ÖSV-Herrenchef Andreas Puelacher steht bereits jetzt fest: Der Weltcup wird im nächsten Winter notgedrungen zum „Europacup“ werden. „Mitteleuropa wird den ganzen Weltcup auffangen müssen. Das hat auch den Vorteil, dass sich die Distanzen im Rahmen halten, wenn wir in Frankreich, der Schweiz, Italien, Deutschland, Slowenien und in Österreich fahren“, so Puelacher im Gespräch mit dem Kurier. #

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