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Foto: Beat Baschung

EXKLUSIV-GESPÄCH Schiedsrichter-Urgestein Urs Meier, 62, über seine 27 Jahre als Spielleiter am Fußballplatz, Unterbezahlung, Morddrohungen, den VAR als Kunstzerstörer und warum Jürgen Klopp und Zinédine Zidane wahre Champions sind.

Spricht man über den Schweizer Fußball und seine bekanntesten Protagonisten, fällt immer wieder der Name Urs Meier und das obwohl der 62-Jährige nur bis zu seinem 18. Lebensjahr gegen das runde Leder getreten hat. Als Meier Ende 2004 offiziell seine Schiedsrichterkarriere beendete, hatte er in 27 Jahren 883 Spiele geleitet. Seit 1994 FIFA-Referee erwarb er sich in zahlreichen Champions-League- und UEFA-Cup-Einsätzen die Hochachtung von Spielern und Fans. Es folgten 1998 die Berufung für die WM in Frankreich, zwei Europameisterschaften 2000 und 2004 und die Weltmeisterschaft 2002, bei der er als Höhepunkt das Halbfinale zwischen Deutschland und Südkorea leitete. Im selben Jahr pfiff er auch das Champions-League-Finale Real Madrid gegen Bayer Leverkusen in Glasgow und wurde von einer Fachjury hinter Pierluigi Collina zum besten Schiedsrichter der Welt gewählt. Die Auszeichnung zum Schweizer »Schiedsrichter des Jahres« erhielt Meier von 1995 bis 2000 sechsmal in Folge, ein siebtes Mal wurde er 2004 geehrt.

Der Vater von zwei volljährigen Kindern lebt heute mit seiner Frau Andrea und ihren zwei Kindern in seinem Heimatkanton Aargau. Im Jahr 1977 begann er als aktiver Schiedsrichter in der D-Jugend und schaffte nach 14 Jahren 1991 den Sprung in die höchste Schweizer Liga. Nach seinem Karriereende war Meier als TV-Experte unter anderem an der Seite von Franz Beckenbauer und Jürgen Klopp tätig.

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Herr Meier, warum sind Sie Schiedsrichter geworden?

Mein Traum war es, als Fußballer im vollen Mailänder San-Siro-Stadion für die Schweizer Nationalmannschaft gegen Italien in der 90. Minute das entscheidende Tor mit einem Fallrückzieher zu schießen. Dieses Bild habe ich immer in mir getragen. Mit 14 Jahren wusste ich, dass ich kein Fußballprofi werde, da ich zu wenig Talent hatte. Wie konnte ich es also doch noch nach Mailand schaffen? Entweder als Trainer oder als Schiedsrichter.

Haben Sie die damalige Entscheidung bereut?

Um Gottes Willen, nein. Schiedsrichter zu sein war wahrscheinlich viel interessanter als der Beruf des Profifußballers. Diese Zeit war etwas ganz spezielles. Nur wenige Schiedsrichter haben eine so hohe Anzahl an wichtigen Spielen erleben dürfen wie ich.

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