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Foto: Marcin Kin/Red Bull Content Pool | Dieser Beitrag ist ursprünglich in der 34. Ausgabe des Sport Business Magazin (01-2022) erschienen.

EXKLUSIV-GESPRÄCH Der Salzburger Rallye-Dakar-Star Matthias Walkner, 35, hat in seinem Sport schon alle Höhen und Tiefen erlebt. So richtig fahrt nimmt der zweifache Weltmeister bei der Rallye Dakar 2018 auf, bei der er als erster Österreicher in der Kategorie »Bike« das härteste Rennen der Welt gewinnt. Sein Erfolgsrezept: der kompromisslose Wille, alles dem Sport unterzuordnen.

Ursprünglich hat bei Matthias Walkner alles nach einer Skikarriere ausgesehen. Doch während ihm ein gewisser Marcel Hirscher bei den Bezirkscup-Rennen den Rang ablief, wuchs insgeheim sein Traum von der großen Motocross-Karriere. Heute zählt »Hiasi« zur Weltspitze der Rallye-Szene. Im exklusiven Interview mit dem Sport Business Magazin spricht der ehrgeizige Kuchler über seinen Werdegang, tödliche Risiken, die Kosten einer Motocross-Saison, die enge Freundschaft mit Marcel Hirscher und Investitionen im siebenstelligen Bereich.

Herr Walkner, Ihre Erfolgsgeschichte begann in der Garage eines Kuchler Wohnhauses?

Ich bin in einer sportbegeisterten Familie aufgewachsen und war – wie meine Schwester Eva, die mittlerweile zweifache Freeride-Worldtour-Gewinnerin ist – ursprünglich im Skisport zuhause. Nebenbei hat mich der Motorsport fasziniert, egal ob Go-Kart oder Motocross. Irgendwann habe ich so gebettelt, dass kurz vor meinem 14. Geburtstag ein kleines Motorrad in unserer Garage stand. Mein Papa – selbst Hobby-Motocrosser – hat lange gezögert, weil ihm bewusst war, welcher Aufwand mit meiner neuen Leidenschaft verbunden sein wird. Schließlich habe ich damals schon alles zu 100 Prozent gemacht. Vor Mama haben wir das Bike erstmal versteckt.

Wie sind die Strukturen in der professionellen Motocross-Szene?

Beim Motocross gibt es keine fixen Strukturen oder Verbände wie beispielsweise beim ÖSV. Jeder ist Einzelkämpfer und sucht sich seine Rennen, seine Trainer, sein Team sowie seine Sponsoren selbst zusammen. Für Lizenzen ist der OSK, die oberste nationale Sportkommission als Side-Verband des ÖAMTC, zuständig. Wettkämpfe gibt es schon ab Klasse 1 mit 50 Kubikzentimeter für Vier- bis Siebenjährige. Das geht bis zu Weltmeisterschaften hinauf.

Damit liegt auch die finanzielle Belastung beim Sportler selbst. Wie viel Geld haben Sie bislang in Ihre Karriere investiert?

Mein Weg zur Weltspitze kostete über eine Million Euro. Wobei da noch viel unentgeltlicher Einsatz hinzukommt. Meine Oma hat mir immer das Motorradgewand gewaschen, Opa das Startgeld finanziert, Mama war für die Kulinarik zuständig, Papa ist mit mir zu Trainings und Rennen gefahren, mein Bruder hat das Bike repariert und meine Schwester war und ist bis heute für Presse und Sponsoring verantwortlich. So wurde ich – vor allem bei internationalen Rennen – bald von Sponsoren unterstützt. Ohne diesen unglaublichen Zusammenhalt wäre meine Karriere so nicht möglich gewesen.

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