Stell dir vor, du bist 17-Jahre alt und wirst über Nacht zum Millionär. Genau das ist dem Kärntner David Wang gelungen. Am 27. Juli 2019 sorgte der junge eSportler, in der Gaming Szene besser bekannt als „Aqua“, mit seinem Sieg bei der Fortnite-Duo-Weltmeisterschaft in New York national und international für Schlagzeilen. Gemeinsam mit seinem norwegischen Teamkollegen Emil „Nyhrox“ Bergquist Pedersen konnte er nach sechs spannenden Matches den ersten Platz der Rangliste erklimmen. Die beiden eSportler dürfen sich über ein gemeinsames Preisgeld in der Höhe von drei Millionen US-Dollar freuen. Dem Sport Business Magazin schildert er seine Eindrücke von der WM und erzählt was er mit dem Preisgeld nun vorhat und was dieser Erfolg für seine Zukunft bedeutet.

Wann und wie hast du bemerkt, dass du das Zeug zum Fortnite-Profi hast?

Ich habe anfangs ganz normal gespielt. Nach einer gewissen Zeit habe ich bemerkt, dass ich besser als der Durchschnitt spiele. Durch weiteres Training, viel Willenskraft und Zielstrebigkeit konnte ich mich schließlich nach oben raufarbeiten.

Sprung zum Profi: Wie lautet dein Erfolgsrezept?

Viel Training, das Verfolgen von Streams und die Teilnahmen bei Events. Ich habe meine Spielweise immer hinterfragt und Fehler reflektiert. Dadurch, dass ich bei Turnieren gegen viele gute Spieler angetreten bin, wurde ich selbst auch immer besser.

Wie sieht dein Training aus? Wie bereitest du dich auf Wettkämpfe vor?

Ich versuche sehr diszipliniert zu sein und trainiere pro Tag circa vier bis acht Stunden. Kürzere Trainingssessions sind angenehm, da man so die Konzentration besser halten kann. Kurz vor einem Turnier wird das Training intensiver.

Nach der WM ist vor der WM oder gibt es für eSportler auch Urlaub?

Man gönnt sich nach einem Turnier schon ein paar Tage Auszeit und versucht etwas Abstand vom Profigeschäft zu bekommen, um danach wieder voll durchstarten zu können.

Du bist mit 17 Jahren noch sehr jung in der Profiszene und hast viel Aufmerksamkeit durch die Fortnite-WM bekommen. Wie sehen deine Zukunftspläne in Bezug auf deine Profi-Karriere aus?

Ich möchte definitiv dranbleiben und an diesem Erfolg anknüpfen. Die jetzt gewonnene internationale Aufmerksamkeit wird mir bestimmt helfen.

Weisst du bereits, was du mit dem Preisgeld machst?

Ich werde meinen PC auf den neuesten Stand bringen, um auch in Zukunft gut gerüstet für Meisterschaften zu sein. Außerdem möchte ich den Führerschein machen und mir ein Auto kaufen. Über den Rest habe ich mir noch keine genauen Gedanken gemacht.

Deine Mutter hat dich nach New YorK begleitet und dich bei der WM angefeuert. Wie steht sie zu deinem Beruf als eSportler?

Anfangs war sie noch ein bisschen skeptisch. Aber jetzt unterstützt sie mich sehr.

Macht dir Fortnite noch SpaSS oder sieht man das Spiel nur noch als Job?

Natürlich spiele ich gerne Fortnite. Ich denke das ist wichtig, um besser zu werden. Auch ein Fußballprofi wird immer gerne Fußball spielen – zumindest sollte er das.

https://www.youtube.com/watch?v=Y9PcK4LI6l0

Gibt es einen Traum, den du dir in deiner Karriere als eSportler noch erfüllen möchtest?

Ich werde weiter besser werden und nächstes Jahr möchte ich auch die Solo Meisterschaften gewinnen.

Wie stellt man sich die Stimmung bei so einer großen eSport Meisterschaft vor? Wie ist die Stimmung im Publikum? Wie fühlst du dich selbst dabei?

Es ist unglaublich. Die Fans jubeln und je länger das Spiel dauert, desto lauter wird das Stadion. Ich selbst versuche das auszublenden und mich nur auf das Spiel zu konzentrieren. Obwohl man von der gesamten Geräuschkulisse so gut wie alles durch die Kopfhörer durchhören konnte, war ich kein bisschen aufgeregt.

Wie ist es, mit 17 Jahren bereits seinen eigenen Manager zu haben?

Es ist gut. Dadurch kann ich mich stärker auf das Spiel fokussieren. Mein Team Cooler eSport unterstützt mich bei der Planung für Events und dem Management. Durch meine Organisation bekomme ich die Möglichkeit viel zu reisen, zum Beispiel nach Paris, Montpellier, London, New York und Berlin.

Im eSport gibt es oft sogenannte Gaming-Häuser, wo Teamkollegen gemeinsam wohnen und trainieren. Ist das für dich auch ein Thema?

Das Gaming House von Cooler eSports ist schon länger ein Gesprächsthema. Die Organisation kaufte sich ein Haus in London, wo wir bei der Besichtigung mit dabei sein durften. Gaming-Häuser sind tolle Orte, um die sozialen Kontakte aufrecht zu halten und neue zu knüpfen. Vor der WM war ich drei Wochen in London und lernte dort schon mehrere Spieler, auch von anderen Organisationen, kennen.

Welchen Tipp hast du für junge Spieler, die auch eSports-Profi werden möchten?

Seid diszipliniert bei der Sache dabei und steckt euch klare Ziele. Es bringt nichts, allein zehn oder mehr Stunden pro Tag zu spielen, dadurch werdet ihr nicht unbedingt viel besser. Versucht euer Training zu strukturieren, und immer einen Ausgleich zu finden.


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