Mit der Entwicklung von Spielideen für die kommende Begegnung kennen sich Sportmarken bestens aus. Doch warum ist in der täglichen Arbeit von Klubs, Verbänden und Sportlern ein überzeugender Plan für die strategische Kommunikation oft nicht erkennbar? Ein Gastkommentar von Gregor Faßbender-Menzel.

Anders als auf dem Spielfeld ist in der Kommunikation von Sportorganisationen häufig der Wurm drin. Ein Matchplan für den Umgang mit den Stakeholdern? Ist oft nicht erkennbar. Wahlweise wird mit den Anspruchsgruppen zu viel, zu wenig, zu umständlich oder schlicht gar nicht kommuniziert. Mit der Konsequenz, dass die Reputation der Marke Schaden nimmt. Das gilt selbst für den großen FC Bayern. Höchste Zeit, dass sich das ändert. Der Auftritt vom Oktober 2018 gilt schon fast als legendär unter Fußballfans und bei Kommunikationsexperten. Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Hasan Salihamidžic hatten kurzfristig zur Pressekonferenz an die Säbener Straße geladen. Die Journalisten erwarteten wichtige Neuigkeiten, denn immerhin handelte es sich nicht um die turnusmäßige PK vor dem nächsten Bundesligaspiel. Die Entlassung von Trainer Niko Kovac etwa.

So etwas in der Art. Stattdessen gab es großes Theater. Aufgeführt wurde: eine Medienschelte. CEO Rummenigge bemühte sogar das Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Der Tagesspiegel korrigierte tags darauf umgehend: „In Wirklichkeit meinte er (Rummenigge) natürlich: Die Würde der Bayern ist unantastbar.“


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