Seite wählen

FRAUENFUSSBALL Mit dem Erreichen des EM-Halbfinals 2017 entfacht das Frauennationalteam nach vielen Anlaufschwierigkeiten einen noch nie dagewesenen Hype in Österreich. Mit Irene Fuhrmann, 40, der ersten Teamchefin in der österreichischen Fußballgeschichte, soll diese Begeisterung weiter ausgebaut werden. Die Cheftrainerin über Gleichberechtigung, Erwartungshaltung, langfristige Ziele, ungerechte Bezahlung und die Rolle als Underdog.

In der Geschichte des Frauenfußballs nimmt Österreich eine Vorreiterrolle ein. Bereits im Jahr 1924 wurde mit dem 1. Wiener Damenfußballklub »Diana« der erste reine Frauen-Fußballverein Österreichs gegründet. Die erste Meisterschaft kommt 1936 mit neun Vereinen aus dem Wiener Raum zur Austragung, wobei die Heimspiele der Vereine durchschnittlich von 3.000 Zuschauern besucht werden. Das vorzeitige Ende des österreichischen Frauenfußballs kommt 1938 durch das Deutsche Reich.

Die Unterdrückung des Frauensports in der Zeit des Nationalsozialismus wirkt nach Kriegsende noch lange nach. Obwohl im Jahr 1957 der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) Frauenabteilungen verbietet, kommt es Ende der 1960er-Jahre zu einer Wiederbelebung des Damenfußballs. Nach einem stetigen Zuwachs an Frauenmannschaften schreibt der Wiener Fußballverband im Jahr 1972 erstmals seit den 1930er-Jahren eine österreichische Meisterschaft im Frauenfußball aus.

Im Jahr 1990 wird die österreichische Fußballnationalmannschaft der Frauen gegründet, welche 2017 bei der Europameisterschaft in den Niederlanden mit dem Einzug ins Halbfinale den bisherigen Höhepunkt erlebt. Durch diesen Erfolg, unter der Leitung von Dominik Thalhammer, entfachen die Frauen einen regelrechten Hype in ihrer Heimat. Mit dem Vorarlberger Unternehmen Planet Pure wird ein Sponsor für die Bundesliga gefunden, Ligaspiele werden regelmäßig live übertragen und der ÖFB setzt Marketingmaßnahmen mit dem Ziel, den Stellenwert des Frauenfußballs zu erhöhen.

Auf Dominik Thalhammer, der im Sommer 2020 nach neun Jahren als Teamchef Cheftrainer des LASK wird, folgt seine Assistentin Irene Fuhrmann. Sie ist die erste Frau des Landes, die in der »Männerdomäne« Fußball eine Trainer-Spitzenposition einnimmt. Unter der 40-Jährigen wird die EM-Qualifikation erfolgreich zu Ende geführt und so qualifiziert man sich zum zweiten Mal in Folge für die Endrunde. Die erste Teamchefin in der Geschichte des österreichischen Fußballs gibt ein Jahr vor der EM in England exklusive Einblicke in die heimische Liga, spricht über ein gemeinsames Projekt mit der UEFA und richtet einen Apell an die heimischen Top- Klubs Red Bull Salzburg und Rapid Wien.

Du möchtest weiterlesen?

UNSERE ATTRAKTIVEN ANGEBOTE PRINT UND DIGITAL

PRINT

ABO
29,90/EUR
  • ​• 1 Jahr Sport Business Magazin (4 Printausgaben)

  • Hochglanzmagazin immer bequem nach Hause geliefert ​

  • • Jederzeit kündbar ​

Eingangsfoto: ÖFB/Christopher Glanzl

PRINT

ABO
29,90/EUR
  • ​• 1 Jahr Sport Business Magazin (4 Printausgaben)

  • Hochglanzmagazin immer bequem nach Hause geliefert ​

  • • Jederzeit kündbar ​