2019 war ein Rekordjahr für österreichische Erfindungen. Weltweit kamen 11.731 Patentanmeldungen aus Österreich. 2019 brachte auch einen satten Anstieg der Markenanmeldungen. 6.261 Marken wurden beim Österreichischen Patentamt angemeldet – das ist um rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Wir haben bei Mariana Karepova, Präsidentin des Österreichischen Patentamtes, nachgefragt, welche Rolle der Sport in der Patentlandschaft spielt.

Werden Schutzreche im Sportsektor international aufgesetzt oder nur für den österreichischen Standort?

Die bekannten Firmen denken groß. Der österreichische Markt alleine wäre zu klein für sie. Sie müssen ihre Innovationen in möglichst vielen Ländern schützen und melden ihre Erfindungen international zum Patent an.

Welches international agierende österreichische Unternehmen im Bereich Sport ist „Patentweltmeister“?

An der Spitze liegen die Firmen Atomic und Head. Ebenfalls aktiv in Sachen „Intellectual Property“ sind die Firmen Fischer, Tyrolia, Komperdell und Skidata.

Welche Rolle spielen im Sportsektor KMUs bei den Erfindungen?

Nicht nur die Big Player haben tolle Ideen. Viel Innovatives entsteht auch in kleinen Start-ups, wie zum Beispiel im Unternehmen add-e von Fabian Gutbrod, der schon als Student zum Erfinden anfing. Eigentlich ging es ihm darum, nach einer Radfahrt zur Uni nicht mehr verschwitzt im Hörsaal zu sitzen und so entwickelte er kurzerhand einen Nachrüstsatz, der aus jedem Fahrrad im Handumdrehen ein leichtes e-Bike macht. Heute leitet Gutbrod ein Start-up mit acht Mitarbeitern, die das Produkt immer weiterentwickeln und bereits weltweit verkaufen.

Der Kaufentschluss der Konsumenten richtet sich sehr oft nach dem Design eines Produktes. Welche Rolle spielt dies in der Sportindustrie?

Gerade die Sportindustrie, und da vor allem im Bereich Sportbekleidung, vom Schuh bis zur Sonnenbrille, lebt vom Design der Produkte und vom Image der jeweiligen Marke. Eingriffe in fremde geistige Schutzrechte im Marken- und Designbereich können schmerzvoll werden und speziell bei jungen Unternehmen an die Substanz gehen. Hier bedarf es gründlicher Basisarbeiten.

In Ihr Aufgabengebiet gehört auch der Markenschutz. Welchen Tipp können Sie Start-ups geben, welche im Sportsektor Fuß fassen wollen?

Sobald ich eine Idee kommerziell nutzen will, ein Geschäft darauf aufbauen möchte, brauche ich einen prägnanten Produktnamen, ein Logo – etwas wirklich Attraktives, Unverwechselbares, Ästhetisches und vielleicht auch Witziges. Und dieses Logo muss ich dann unbedingt schützen. Mit unserer superschnellen Fast Track Markenanmeldung haben Sie innerhalb von maximal zehn Werktagen Ihre eigene registrierte Marke. Sie können aber bereits vor der Anmeldung die Neuheit und Unverwechselbarkeit Ihrer Marke abchecken. #

Foto: Susanne Einzenberger