In Kooperation mit ,HM Sports präsentieren wir euch die aktuelle Ausgabe des Formelaustria.at-Podcast DELTA TIME. Dieses mal war Günther Steiner, Teamchef des Formel-1-Rennstalls Haas, zu Gast. In einer sehr entspannten Runde, beantwortete Steiner zahlreiche Fragen.

Günther Steiner über…

…die Corona Pandemie

Ich hatte keine Pause in dieser Zeit. Es ging voll und ganz darum, weiter das operative Geschäft zu leiten. Keiner wusste, was nach dieser Zeit passiert oder was noch kommt. Ich habe mich um das Team, Sponsoren, Mitarbeiter und Fahrer gekümmert. Alle waren sehr verunsichert. Ich habe auch regelmäßig den Kontakt zu unseren zwei Piloten, Romain Grosjean und Kevin Magnussen, gesucht. Mittlerweile sind wir alle sehr froh, dass es bald weitergeht. Auch ich habe Momente gehabt, wo ich mir nicht sicher war, ob wir in diesem Jahr noch Racing sehen werden. Die Situation um das Haas-,Formel-1-Team ist sehr stabil, wir haben alles bisher gut überstanden und sind wieder bereit, auf der Strecke Gas zu geben.

…über einen Amerikanischen Fahrer in der Formel 1

Es ist ein schwieriges Thema. Nehmen wir zum Beispiel Josef Newgarden aus der IndyCar Series. Er ist dort mega erfolgreich (Anm. d. Red. zweifacher Champion). Die Formel 1 ist eine eigene Welt, egal ob man jetzt die Politik, die Autos oder das ganze Drumherum sieht. Man hat kaum Zeit, sich an das alles zu gewöhnen, ohne davor schon abgeschrieben zu werden. Die besten Chancen hätte ein Amerikaner, der von seinen Anfängen an schon in Europa unterwegs wäre und das Geschäft kennen würde. Wir haben das beispielsweise mit Santino Ferrucci probiert, das hat leider nicht funktioniert. Das Risiko ist einfach zu hoch, einen Fahrer ohne Erfahrung in Europa, in die Welt der ,Formel 1 eintauchen zu lassen. Sowohl für das Team, als auch für die Karriere des Fahrers.

…seine Popularität durch die F1-Netflix-Dokumentation ‘Drive to Survive’

Ich muss ehrlich zugeben, ich habe weder die erste, noch die zweite Staffel gesehen. Aber ich habe davon schon natürlich viel gehört und werde oft darauf angesprochen. Ich werde natürlich auch häufiger erkannt, wenn ich mal unterwegs bin. Ich habe nur meine Arbeit getan, alles andere ist von Nextflix gekommen. Ich habe mich nicht verstellt und werde mich nicht verstellen. Das habe ich nicht notwendig. Ich bin ein Teamchef und kein Schauspieler. Ich gehe nur meinem Hobby und Leidenschaft, dem Motorsport nach. Es freut mich, dass es bei den Leuten gut ankommt und ihnen gefällt. Wir sind ein kleines Team, bei uns läuft nicht immer alles rund und wir kämpfen hart. Da kochen die Emotionen schon manchmal hoch, aber das ist die Realität.

…über den Formel 1 Saisonstart in Österreich

Ich bin froh, dass es bald wieder los geht! Ich bin auch sehr happy, dass wir zwei Rennen in Österreich und Großbritannien haben werden. Hier wurde eine super Lösung gefunden. Ich fand es auch super, wie sich Österreich direkt am Anfang hingestellt hat und gesagt hat, dass sie bereit sind, alles dafür zu tun, damit der Start der Saison ermöglicht wird. Wir sind noch nie zwei Rennen hintereinander auf der selben Strecke gefahren, das wird sicherlich spannend. Man kann sehr viel lernen, sowohl Positives als auch Negatives. Die Rennen in der verkehrten Fahrtrichtung zu fahren, ist einfach aufgrund der mangelnden Vorbereitungszeit und auch des Extra-Budgets der Strecken nicht möglich.

…über sein ‘Dream Team’

Ich mache es kurz und knapp. Als Fahrer würde ich Max Verstappen und Charles Leclerc nehmen und beide in einen Mercedes setzen. Natürlich mit mir als Teamchef (lacht).

https://www.youtube.com/watch?v=c3bfrXJ_ubw



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Von Arthur Becker