Vizekanzler und Sportminister Heinz-Christian Strache sprach mit uns über die Überarbeitung der „Sport Strategie Austria“, Clustergruppen, das Dilemma des Ernst Happel Stadions und das 142 Millionen Sportbudget.

Sie möchten bis Juni 2018 die „Sport Strategie Austria“ überarbeiten. Wie sehen hierzu Ihre Schwerpunkte und Strategien aus?

In dieser „Sport Strategie Austria“ geht es um die Sportförderung von der Schule bis zum Spitzensport, von den Gemeinden bis zum Bund – vor allem aber um Ziele und Definition. Was wollen wir? Und wie kommen wir dorthin? Wir bemühen uns, dass wir bis Juni 2018 alle Bereiche in Clustergruppen aufgeteilt haben. Diese Clustergruppen werden eine Größe von drei bis vier Personen haben, die diese Strategie schließlich entwickeln. Das Ministerium ist in den Prozess mit eingebunden und wird später die Strategie festlegen. Zuerst müssen wir jedoch wissen, wo wir mit dem österreichischen Sport hinwollen. Die Schwerpunkte liegen im Leistungssport, der Sportinfrastruktur, Sportveranstaltung, Sportmedizin sowie dem Gesundheit und Breitensport. Es gibt auch Rahmenbedingungen wie Finanzen, Steuern oder Recht, die zu berücksichtigen sind.

Das aktuelle Sportbudget liegt bei 110 Millionen Euro: Gibt es Ideen zu einer Erhöhung dieses Budgets?

Letztes Jahr lag das Sportbudget bei 142 Millionen Euro! Dabei ist das Budget für die Heeressportler und für die Grundwehrdiener inkludiert. Die Vorgänger haben es nicht geschafft, dieses Budget zu verbrauchen. Es wurden also 110 Millionen Euro ausgegeben und ungefähr 130 bis 140 Millionen standen zur Verfügung.

Das aktuelle Budget zu erhöhen, wäre das einfachste, aber das wird es nicht geben. Wie in allen anderen Bereichen gilt es auch für uns: Die Struktur abzuschlanken und Geldflüsse richtig zu kanalisieren. Deshalb muss zuerst die Struktur, die wir im Sport haben, durchleuchtet und später entschlankt werden. Das betrifft vor allem die Struktur in der Sportförderung, die überdacht werden muss. Weiter müssen wir auch überlegen wie wir die Verbände direkt und indirekt entlasten können.

,© GEPA | Der neue Sportminister Heinz-Christian Strache (r.) feierte gemeinsam mit Olympiasieger Matthias Mayer (m.) und Peter Schröcksnadel (l.) bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang.

Dilemma Ernst Happel Stadion: Welche Schritte werden unternommen, um mit der Stadt Wien den Neubau eines Nationalstadions zu realisieren?

Aufgrund des Wechsels an der Spitze der Wiener Stadtregierung müssen wir abwarten, ob es für den Sport einen neuen Ansprechpartner geben wird. Das wird auf Ebene der Politiker und vor allem auf Ebene der Referenten abzuarbeiten sein. Es wird sich herausstellen, ob man zu einem Konsens im Sinne des Sports kommt oder nicht. Man muss dem neuen Sportstadtrat, sollte es einen geben, eine gewisse Einarbeitungszeit geben. Bis September sollte das alles über die Bühne gehen. Eines ist klar, der Sport braucht Veränderungen.

Wie Heinz-Christian die Fanproblematik in Österreichs Fußballstadien einschätzt, wie wichtig ihm Sportveranstaltungen in Österreich sind und welchen Sport er am liebsten in seiner Freizeit ausübt, lesen Sie in der neuen Ausgabe des Sport Business Magazins. Erhältlich im gut sortierten Presseeinzelhandel, im

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