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GESUNDHEIT Ernährungswissenschaftler Markus Schauer über Ernährungsoptimierung im Spitzensport, Freizeitsport, Gesundheitstourismus und wie viel Sport am Tag gesund ist.

Markus Schauer ist Geschäftsführer der Biogena Check Up Lounge und kann durch seine langjährige Erfahrung als Therapeut im Bereich der Gesundheit und Prävention, auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Er vermittelt Know-how über die für das Training wichtigen Nährstoffe und gibt Tipps zur Ernährungsoptimierung für Sportler. Warum der FC Bayern und der Hamburger SV als Vorreiter gelten, wo die österreichischen Vereine, Verbände und Olympiasportzentren noch Nachholbedarf haben und was wir von Novak Djoković und Rafael Nadal lernen können.

MARKUS SCHAUER Geschäftsführer der Biogena Check Up Lounge | © Biogena

Welche Rolle spielt das Thema Sport für Biogena?

Sport ist ein wesentlicher Faktor zur Verbesserung des Immunsystems und damit auch ein wichtiger Aspekt für Biogena. Hier muss klar zwischen Leistungs-, Breiten- und Gesundheitssport unterschieden werden. Viele machen den Fehler, dass sie zu viel Sport machen und auf die Regeneration vergessen. Wer hart trainiert, muss auch hart regenerieren. Davon abgeleitet muss die Beratung in jeglicher Hinsicht personalisiert und individualisiert stattfinden. Jeder Mensch ist anders.

Wie viel Sport ist gesund?

Ich empfehle, fünfmal die Woche täglich ein 40-minütiges Training zu machen. Sei es spazieren gehen, Walken, Radfahren, Wandern, Sauerstoff tanken oder in den Wald gehen und Bäume umarmen.

Viele Menschen machen den Fehler, dass sie beispielsweise nach Neujahr mit Sport anfangen ohne konkretes Ziel und sich dabei überfordern. Oft sind diese Menschen etwas übergewichtig, nicht fit oder haben seit Jahren keinen Sport betrieben. Die passiven Strukturen des Körpers halten das nicht aus und dementsprechend ist diese Methode nicht erfolgsversprechend. Nur mit einer richtigen Zielsetzung und einer schrittweisen Steigerung des Trainings ist man erfolgreich. Nur dann hat man auch Freude an der Bewegung.

Wie schätzen Sie das allgemeine Bewusstsein zum Thema Ernährung in der breiten Gesellschaft ein?

Wenn die Covid-19-Pamdemie etwas Positives bewirkt hat ist es, dass die Leute mehr auf ihre eigene Gesundheit und ihre Ernährung achten. Die Menschen beginnen selbst zu kochen, machen sich Gedanken über die Lebensmittel, die sie kaufen und so weiter. Das können wir von Biogena nur unterstützen.

Was passiert, wenn man bestimmte Lebensmittel nicht verträgt? Probleme mit seinem Darm bekommt? Wir bieten hier verschiedene Beratungen an. So kann eine Mikrobiomuntersuchung, bei der die Darmbakterien analysiert werden, oder auch Tests zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten Sinn machen. Hier gibt es noch großen Nachholbedarf. Die Menschen beginnen erst mit 30 Jahren, gesundheitserhaltend zu denken. Die Prävention sollte aber bereits in der Volksschule beginnen. Das Wissen zum Thema Gesundheit muss transparent geteilt werden und für die breite Gesellschaft zugängig sein – auch insbesondere in den Schulen.

Biogena setzt sich auch mit dem Thema Gesundheitstourismus auseinander.

Das ist korrekt, unsere Idee ist folgende: Man fährt mit der gesamten Familie in den Urlaub zum Skifahren, Mountainbiken oder Wandern. Mit der Buchungsbestätigung bekommt man die Möglichkeit, kostenlos eine Mikronährstoffanalyse zu machen oder beispielsweise eine Darmuntersuchung – begleitet von Spezialisten vor Ort. Es geht darum, Gesundheitstourismus neu zu denken und die Eintrittsschwelle für dieses Thema so gering wie möglich zu halten. In Tirol haben wir bereits zwei Hotels, ein drittes ist bereits in Planung.

Wie schätzen Sie das Bewusstsein des Themas Ernährung im Spitzensport ein?

Hier treffen Sie einen wunden Punkt. Im Leistungssport wird zwar viel geboten, im Endeffekt bleibt das Thema aber beim einzelnen Athleten hängen. Der Zufall spielt eine zu große Rolle. Im gesamten Spitzensport muss qualitativ noch viel besser gearbeitet werden. Wir von Biogena versuchen, einen Teil dazu beizutragen.

Geben Sie uns ein Beispiel.

In Österreich werden nach wie vor keine Mikronährstoffanalysen durchgeführt, die State of the Art sind. Ich spreche hier aus Erfahrung, da ich die Nationalmannschaft der österreichischen Sportkletterer sowie Athleten des Österreichischen Skiverbandes betreue. Der FC Bayern München beispielsweise hat Mikronährstoffanalysen mit dem langjährigen Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller- Wohlfahrt bereits vor 15 Jahren durchgeführt. Auch der Hamburger SV war hier einer der ersten Klubs, die sich diesem Thema angenähert hat – Stichwort Regeneration und Verletzungsprophylaxe. Indirekt geht es auch um sehr viel Geld. Was bringt ein Millionentransfer, wenn er kaum spielt, weil er wochenlag verletzt ist?

Wie würden Sie das Leistungsgefälle zwischen den unterschiedlichen Vereinen und Verbänden beurteilen?

Aufgrund der finanziellen Komponente gibt es hier deutliche Unterschiede. Dennoch findet in allen Bereichen ein Umdenken statt und das Interesse wächst: nicht nur in der Bundesliga, auch in der 2. Liga und sogar in Hobbyvereinen.

Erfolgreiche Sportstars wie Rafael Nadal und Novak Djoković sind das beste Beispiel dafür. Sie haben es verstanden, auf allen Ebenen – und hier zählt eben auch die Ernährung dazu – professionell auf höchstem Niveau zu arbeiten. Jeder Leistungssportler sollte sich hinterfragen. Leider gibt es hier noch zu oft andere Prioritäten.

Was wäre Ihr Vorschlag, dass es hier zu einer Besserung kommt?

Jeder Stützpunkt und jeder Verein kocht aktuell sein eigenes Süppchen und schaut nur ungern über den Tellerrand. Das ist ein Problem. Gemeinsam könnte man viel mehr und Besseres schaffen. Ein Ansatzpunkt wäre, das Thema über das Sportministerium, die Verbände und Olympiastützpunkte zu organisieren. Es muss Wissen transportiert werden, um das Thema im Bewusstsein der Menschen fest zu verankern.

Herr Schauer, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. #

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