,Ex-Williams Formel 1-Entwicklungsfahrerin Susie Wolff hat die Seiten gewechselt und das quasi an zwei Fronten. Die gebürtige Schottin ist nicht nur seit kurzem Teamchefin des Rennstalls Venturi, sondern dazu auch noch in der Formula E, dem großen Rivalen der Formel 1.

,© Williams F1 Team

In der Anfangsphase ihrer Karriere fuhr Susie Wolff in der Formel Renault gegen Lewis Hamilton und Paul Di Resta. Sie setzte sich in der Männerwelt Motorsport mit Können, aber auch viel Kraft und Durchhaltevermögen durch. Das will die 36-Jährige nun als Teamchefin beim monegassischen Venturi Team fortführen. Mit Ex-Williams Formel- 1-Pilot Felipe Massa hat sie ihren ehemaligen Teamkollegen als Fahrer unter den Fittichen.

,Susie, wie kam der Kontakt zum Venturi-Team eigentlich zustande?

Ich kenne Teambesitzer Gildo Pastor seit längerer Zeit. Als die Formel E begann, fragte er mich, ob ich als Fahrerin einsteigen möchte. Ich blieb damals bei Williams in der Formel 1. Vor kurzem hat mich Gildo erneut kontaktiert und wir haben uns recht rasch auf eine Zusammenarbeit in einer Management- Rolle geeinigt.

,Fühlst Du Dich bereit, den Teamchef-Posten zu übernehmen?

Würde ich mich dazu nicht in der Lage fühlen, hätte ich den Job nicht angenommen. Aber ich bin weit davon weg, die Herausforderung und die Verantwortung des Postens zu unterschätzen. Natürlich muss ich noch viel dazulernen, auch über die Formel E und unser Team. In der Formel E gibt es keinen Spielraum für Fehler.

,Elektrisch auf Totos Spuren: Ex-Williams F1-Entwicklungsfahrerin Susie Wolff hat die Seiten gewechselt und das an zwei Fronten. | © Venturi Formula E Team

,Weißt Du schon, wie Du Deine Rolle als Teamchefin anlegst?

Das wird sich mit der Zeit ergeben. Ich bin immer sehr fokussiert und loyal, aber auch ein absoluter Teamplayer. Wenn es nötig wird, kann ich aber auch sehr streng sein.

,Nun sind also beide „Wolffs“ Teamchefs. Wie hat Dein Ehemann Toto reagiert?

Als klar war, dass ich bei einem Top Team in einer anderen Serie arbeiten würde, hat er mich immer komplett unterstützt. Ich habe großen Respekt für das, was er erreicht hat, was ich von ihm gelernt habe, und natürlich auch vor seiner Meinung. Es ist ein großes Glück ihn nicht nur als Ehemann, sondern auch als Mentor zu haben. Aber in meiner neuen Rolle werde ich natürlich eigene Entscheidungen treffen.

,Wie wird das dann, wenn die Silberpfeile in die Formula E einstiegen? Hängt dann der Haussegen schief?

Es wäre spannend, denn es wäre sicher hart, Toto und sein Team auf der Strecke zu besiegen (lacht). Die Möglichkeit, dass sich unsere Wege da kreuzen, besteht aber durchaus. Ich würde mich wirklich darauf freuen und natürlich alles tun, um ihn zu schlagen! Sicher wird es dann den einen oder anderen schwierigen Abend geben, je nachdem, wer besser war.

,Außenseiterchancen für die aktuelle Saison besitzt das von Susie Wolff geleitete Venturi-Formula-E-Team mit Felipe Massa am Steuer. | © ABB Formula E Presse

,Was ist also, wenn Du verlierst?

Das ist nicht so meins. Ich versuche zwar immer daraus zu lernen, aber ich verliere gar nicht gern (lacht).

,Du bist ja auch Mutter. Wie löst Ihr das?

Schon als ich schwanger war, haben wir uns entschieden, dass unser Kind in unseren Alltag hineinwachsen soll. Wir können nicht unser gesamtes Leben ändern, daher muss Jack viel mit uns reisen, aber wir haben dabei auch tolle Unterstützung zum Beispiel von meinen Eltern. Die Elektromotoren sind nicht so laut und dort sind immer viele Familien.

,Du hast gesagt, Du siehst Toto auch als Mentor. Was hat er nun von Dir gelernt?

Wenn wir zusammen sind, sieht er, dass sich nicht die ganze Welt nur um Formel 1 und Ergebnisse dreht. Ich denke, ich bringe eine Balance in sein Leben und helfe ihm, am Boden zu bleiben.

,Hier in der Frühjahrsausgabe schmökern!

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