Während der Sommertourismus langsam hochgefahren wird, die Grenzen geöffnet werden und damit der Fremdenverkehr belebt wird, steht der ,Tourismus im Winter vor vielen Ungewissheiten. Bereits jetzt stellt sich die Frage, wie heuer ein coronatauglicher Wintertourismus und insbesondere der Alpine Skiweltcup von statten gehen kann. Wir haben mit Bartl Gensbichler, Präsident des Salzburger Landesskiverbandes, darüber gesprochen.

© Bartl Gensbichler

„Kärnten läuft“ und der Ironman sind für Herbst 2020 in Planung. Wird man sich bei der Abhaltung von Corona tauglichen Großveranstaltungen an diese halten oder hat der Skizirkus eigene Gesetze?

Eigene Gesetze hat der Skizirkus keine. Man wird sich genau an die vorgegebenen Regeln halten, die vom Ministerium vorgegeben werden. Sicherlich wird man vom Sommer- und im speziellen vom Herbsttourismus lernen, wie man coronataugliche Groß-Events abhalten kann.

Bis wann brauchen Sie eine Entscheidung, ob und wie der heurige Weltcup durchgeführt werden kann?

Zurzeit geht man von einem normalen Ablauf aus. Sollten weitere Corona-Einschränkungen kommen, würde umgeplant werden, um sich an die Vorgaben des Ministeriums zu halten.

»Eigene Gesetze hat der Skizirkus keine« | © saalbach.com/Daniel Roos/GEPA

Der Alpine Skiweltcup 2020/21 soll am 24. Oktober 2020 beginnen und am 21. März 2021 enden. Wie viele Rennen würden in Österreich ausfallen, wenn der Weltcup abgesagt wird?

Derzeit gehen wir von 14 Alpinen Skirennen aus. Ein Ausfall dieser Rennen hätte merkliche Auswirkungen auf die Skiregionen Niederösterreich, Steiermark, Vorarlberg, Salzburg und Tirol – aber hätte darüber hinaus mit Rennen wie in Lake Louis und Beaver Creek auch eine internationale Tragweite.

Können Sie sich einen Weltcup ohne Zuschauer vorstellen? Welche Folgen hat dies auf das Sportsponsoring?

Grundsätzlich wäre das vorstellbar. Es liegt alles an der Fragestellung, ob Skifahren grundsätzlich erlaubt sein wird, wovon auszugehen ist. Damit wären bei den Rennen automatisch die Fans im Zielbereich und abseits der Pisten angesiedelt, um den Rennläufern zuzujubeln. Das Sponsoring hängt am meisten von den Fernsehübertragungsrechten ab und ist von der Anzahl der Zuschauer vor Ort weitgehend abgekoppelt.

»Derzeit ist der Schaden noch nicht bezifferbar« | © saalbach.com/Daniel Roos/GEPA

Können Sie den Schaden einer Absage des Skisports durch eine zweite Infektionswelle beschreiben?

Derzeit ist der Schaden noch nicht bezifferbar. Als Skifahrnation ist aber klar, dass gerade für den Wintertourismus der Schaden enorm sein wird. Infolge der Coronakrise kam der Tourismus im April 2020 vollständig zum Erliegen. Mit dem Shutdown Mitte März 2020 ist man mit einem blauen Auge davongekommen. Eine zweite Infektionswelle zu Beginn der Wintersaison 2020/21 wäre fatal.



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