Wenn man im Training oder im Spiel den Schmerz nicht fühlen kann, kann man eine höhere und bessere Leistung erbringen. Dabei sollte man auf keinen Fall den Schmerz ignorieren, denn der Schmerz sei das Zeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ist die Einnahme von Schmerzmittel legales Doping?

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Viele Sportler nehmen die Schmerzmittel zum Teil schon vor den Wettkämpfen, damit sie keine Schmerzen spüren. Durch den vermehrten Konsum können Darmkrämpfe oder -blutungen auftreten. Auch die Niere wird stark belastet, was zu blutigem Urin führen kann. Sport in Kombination mit Medikamenten stört den Elektrolyte-Haushalt, deshalb bekommen viele auch Herz-Kreislauf-Probleme. Verboten ist der Einsatz von Schmerzmitteln nicht, die Medikamente stehen nicht auf der Dopingliste.

»Aus medizinischer Sicht ist es auf jeden Fall abzulehnen, Schmerzmittel zu sich zu nehmen.«

Prof. Hans Holdhaus, Direktor des IMSB Austria

,Tabubruch im Profifußball

Leistungssportler, besonders Profifußballer, sind hoch angesehen und gelten für viele als Vorbild. Wenn sie gewinnen, freuen sich hunderttausende Fans mit ihnen. Was Leistungssportler für ihren Erfolg alles machen, ist vielen Zuschauern oft unbekannt.

Der Trainer von Eintracht Frankfurt, Niko Kovac, hat im Herbst 2017 ein Fußball-Tabu gebrochen.

,»Im Fußball geht es ohne Schmerzmittel nicht. Diejenigen, die das denken würden, seien auf dem Holzweg. Die Profis verlangen Ihrem Körper wirklich sehr viel ab.«

Niko Kovac, Trainer Eintracht Frankfurt

,© Eintracht Frankfurt Pressestelle | Niko Kovac, Trainer der Eintracht Frankfurt, ließ mit seiner Aussage im Herbst 2017 zum Thema Schmerzmittel im Fußballsport aufhorchen.

Ibuprofen, Paracetamol, Voltaren (Diclofenac) und Aspirin nutzen Fußballer, damit sie Schmerzen später fühlen und schneller bessere Leistungen erbringen. Da ein Fußballer während eines Spiels über drei Liter Wasser verliert, steigt das Risiko schädigender Effekte der Tabletten erheblich an.

Selbst der Deutsche Fußball-Bund (DFB) warnt vor dem Einsatz der Medikamente im Fußball: „Viele Sportler versuchen, anfallende Erholungszeiten durch Medikamente zu beschleunigen, wenn nicht sogar zu umgehen. Die Motivationslage ist verständlich – sie wollen weiterhin ‘am Ball’ bleiben – doch die Auswirkungen dürfen nicht unterschätzt werden“, schreibt der DFB in einem Ratgeber für Trainer auf seiner Internetseite.

,»Manche Spieler nehmen entzündungshemmende Medikamente sogar, um eventuell auftretenden Schmerzen vorzubeugen. Die möglichen Nebenwirkungen sind dabei meist nicht bekannt und werden leichtsinnig ignoriert.«

DFB, in einem Ratgeber für Trainer

So heißt es in dem Ratgeber weiter: „Da belastete Strukturen weiterhin beansprucht werden, anstatt sie sinnvollerweise zu schonen, wird die Verletzung oftmals verschlimmert und die damit einhergehende Regenerationszeit nimmt zu.“

Über den Einsatz der Schmerzmittel wird in der Branche selten geredet. Nur ab und zu erzählen Profis davon, dank medikamentöser Hilfe fit für wichtige Spiele gemacht worden zu sein. Jermaine Jones, ehemaliger Profi bei Schalke 04, der 2009 nach einem Ermüdungsbruch und Entzündungen im rechten Schienbein monatelang Schmerztabletten schluckte.

,»Vor jedem Training eine, an den Spieltagen zwei und manchmal auch mehr.«

Jermaine Jones, ehemaliger Fußball-Profi

Warum Skistar Aksel Lund Svindal ohne Schmerzmittel seine Karriere beenden müsste, wie die NADA Austria zu dieser Thematik steht und inwiefern auch Lindsey Vonn davon betroffen ist, lesen Sie in der neuen Ausgabe des Sport Business Magazins. Erhältlich im gut sortierten Presseeinzelhandel, im

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