Der 49-jährige Dominik Thalhammer ist seit 2011 Teamchef des österreichischen Frauen- Nationalteams. Im Dezember 2017 bestellte der ÖFB den Wiener zum Gesamtleiter der österreichischen Traineraus- und -fortbildung, die er umgestaltet hat. In diesen fast zwei Jahren erlebte er die heimische Bundesliga als Trainer-Friedhof. Wir haben mit Österreichs obersten Trainer-Ausbilder über seine Aufgabenbereiche, Herausforderungen im Trainerdasein, Digitalisierung und die UEFA gesprochen.

Welche Aufgaben haben Sie als Leiter der Trainerausbildung?

Es geht einerseits um die Ausbildung und andererseits um die Fortbildung der Trainer. Es gibt in der Ausbildung ein klarstrukturiertes System, welche Ausbildungsstufen man vom Kindertrainer bis zum Pro-Lizenz-Trainer durchlaufen muss. Seit einem Jahr sind wir jetzt auch dabei, alles neu anzudenken und neue Wege zu gehen. Vor allem in der letzten Stufe wollen wir individualisieren und kompetenzorientiert arbeiten, sodass man den Trainern das gibt, was sie brauchen, um ihre Stärken zu optimieren.

Auch die Fortbildung ist sehr individuell ausgerichtet, da wir auch dort Module anbieten, wo sich die Trainer aussuchen können, welche sie besuchen. Das ist eine bahnbrechende Veränderung mit der wir in Europa federführend sind.

Dem Umgang mit den Medien wird in der letzten Zeit viel Aufmerksamkeit geschenkt. Ist dies fast schon gleichzustellen mit der Fachkompetenz des Fussballtrainers?

Wir wollen den Trainern das geben, was sie benötigen. Früher sind Trainer in Aus- und Fortbildungen gesessen, wo der Trainer schon sehr gut war und in anderen Bereichen noch etwas gefehlt hat. Die Medienarbeit ist mittlerweile unbestritten einer der wichtigsten Punkte im Profigeschäft und kann dich länger im Job halten. Das wird oftmals auch unterschätzt.

Wenn ich da an Jürgen Klopp denke. Dessen Medienkompetenz ist herausragend. Ein guter Auftritt sowie eine gute Außendarstellung in der Öffentlichkeit ist sehr wichtig, denn wir kennen die durchschnittliche Verweildauer von Trainern in Österreich, das sind 1,2 Jahre. Da muss man schauen, dass man ihm das Werkzeug in der Ausbildung mitgibt, um länger zu verweilen. Das wird dann in kleinen Gruppen oder im Einzel-Individualcoaching geschult und diesen Weg finde ich sehr spannend.


Wie Dominik Thalhammer zu Kritikern der Trainerausbildung steht, welche Kriterien die UEFA vorgibt und welche Veränderungen die Digitalisierung mit sich bringt, erfährst du in unserer Herbstausgabe des Sport Business Magazins. Erhältlich im gut sortierten Presseeinzelhandel in Österreich, im