Der deutsche Profifußball soll anhand von Handlungsempfehlungen statt klarer Regeln bis zum Jahr 2030 auf ein gesünderes Fundament gestellt werden. Das geht aus dem Ergebnisbericht der „Taskforce Zukunft Profifußball“ hervor, der am Mittwoch von der Deutschen Fußball Liga (DFL) präsentiert wurde. DFL-Chef Seifert plädierte dort erneut für eine Gehaltsobergrenze.

Zu den insgesamt 17 Vorschlägen der Taskforce gehören unter anderem eine Arbeitsgruppe zur Stärkung der wirtschaftlichen Stabilität, ein Bekenntnis zu Nachhaltigkeit, die Gründung einer DFL-Kommission für den Fandialog sowie die Förderung des Frauenfußballs und der Geschlechtergerechtigkeit im Fußball.

Zunächst soll das DFL-Präsidium entscheiden, welche Empfehlungen umgesetzt werden sollten. Die finale Entscheidung treffen die 36 Profiklubs der Bundesliga und 2. Bundesliga.

„Gemessen werden wir an der Umsetzung. Ein solches Format ist einzigartig im gesamten Weltsport“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert: „Hat das eine Alibi-Funktion? Ist das eine Debatte für die Kameras? Ganz sicher war es das nicht.“ Vielmehr sei es „der Schritt hin zum kontinuierlichen Prozess der Kommunikation und Reflexion mit vielen elementaren Anspruchsgruppen des Fußballs“.

Seifert plädierte darüber hinaus für eine Beschränkung von Spielergehältern im Profifußball. „Es ist ein dickes Brett, aber es lohnt sich trotzdem, darüber nachzudenken“, sagte der 51-Jährige: „Ich denke, der Weg wäre ganz im Sinne des europäischen Fußballs. Und auch mit Salary Cap könnte sicher noch gutes Geld verdient werden.“ Allerdings wies Seifert auch auf die Schwierigkeiten einer rechtlichen Umsetzung hin.

„Die Frage ist, warum es der boomenden Branche nicht gelungen ist, ausgerechnet an der größten Ausgabeposition eine Lösung zu finden, die mit europäischem Recht vereinbar wäre“, sagte er. Es gebe „einige Juristen, die sagen, es sei umsetzbar. Andere sagen, es sei nicht umsetzbar“.

DFL: Diskussion „ein richtiger Gewinn“

Psychologie-Professorin Heidi Möller, die die Diskussionen moderiert hatte, bezeichnete die Empfehlungen als „Leitplanken. Es ging um die große Linie, es kann nicht alles aufgenommen werden. Aber es war ein richtiger Gewinn“.

Seit Oktober des vergangenen Jahres hatte sich die Arbeitsgruppe der DFL, die aus 37 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Sport, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft besteht, mit der Zukunft des deutschen Profifußballs auseinandergesetzt. Mit dabei waren unter anderem DFB-Direktor Oliver Bierhoff, SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, Grünen-Politiker Cem Özdemir, Anti-Korruptions-Kämpferin Sylvia Schenk und der frühere Sky-Chef Carsten Schmidt. #

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Text: SID | Fotos: DFL Medienstelle